Wer ein Unternehmen gründet, braucht eine Website. Viele Gründer entscheiden sich dafür auf eine Agentur zu verzichten und den eigenen Webauftritt selbst zu gestalten. Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten: die Verwendung eines Baukastensystems oder eines Content Management Systems (CMS). Die Vor- und Nachteile der Systeme im Bereich Kosten, Bedienbarkeit, Wartung- und Sicherheit, sowie Funktionalität werden nachfolgend verglichen.

Die Baukastensysteme

Baukasten bedeutet, wie der Name schon sagt, dass man sich vorgefertigte Elemente aussuchen und mehr oder weniger frei zusammenstecken kann. Anbieter von Baukastensystemen sind beispielsweise 1und1, Jimdo oder wix.com. Das Ziel eines Baukastens ist es, dem absoluten Laien Zugang zu einer Website zu geben. Hier steht also das „Alles aus einer Hand-Modell“ im Vordergrund.

Das Content Management System (CMS)

CMS Systeme dienen ebenfalls dem vereinfachten Aufbau einer Website. Heute ist es nicht mehr zwingend notwendig Seiten aus dem Nichts heraus zu programmieren. CMS Systeme bieten eine anwenderfreundliche Oberfläche mit der Websiteprojekte umgesetzte werden können. Im Gegensatz zu Baukastensystemen ist hier jedoch eine gewisse technische Affinität und ein Grundverständnis für Webprojekte vorausgesetzte, da CMS Systeme nicht dafür ausgelegt sind alles so einfach wie möglich umzusetzen, sondern eine Balance zwischen einfacher Bedienung und komplexer Gestaltung zu finden. Der weltweit größte Anbieter ist WordPress, weitere große Anbieter sind Typo 3 oder Joomla.

Baukasten vs. CMS System – ein Vergleich

Für welches System man sich entscheidet oder ob man sich doch lieber einen Profi ins Haus holt, der die Website umsetzt hängt im Grunde von drei Kriterien ab:

  1. der eigene Anspruch an Design, Aufbau, Aussehen und Professionalität der Website
  2. dem Ziel der Website und welchen Stellenwert diese im Marketing Mix hat
  3. dem vorhanden Budget, nicht nur finanziell, sondern vor allem auch zeitlich

Funktionalität

Baukastensysteme haben heute einen weitaus größeren Funktionsumfang als noch vor einigen Jahren. Es ist Möglich mit einem Baukasten einen Online-Shop zu erstellen, Texte udn Bilder einzufügen und auch zusätzliche Funktionen wie SEO Optimierung sind bei vielen Baukastensystemen (oft gegen Aufpreis) möglich. Damit sind die Bedürfnisse der meisten Kleinunternehmen ft schon abgedeckt. Gerade beim Design sollte man jedoch nicht zu konkrete Vorstellungen haben. In einem Baukasten werden vorgefertigte Designs als Vorlage verwendet und man befüllte diese dann mit eigenen Inhalten. Oft können dann Farben, Ausrichtungen von Elementen (Button nach links oder rechts, etc.) nicht oder nur extrem bedingt geändert werden. Man sieht einer Baukasten-Website deshalb sehr schnell an, dass es ein Baukasten Website ist. Wer sich daran nicht stört und nicht all zu große Erwartungen an die eigene Internetpräsenz hat, ist hier gut aufgehoben.

Das CMS System bietet da schon deutlich mehr Funktionalitäten. Auch hier wird, zum Beispiel bei WordPress, mit Vorlagen, sogenannten Themes gearbeitet, die jedoch weitaus anpassbarer sind als ein Baukastensystem. Auch Erweiterungen, sei es im Shop oder spezielle Zusatzfunktionen, einen Kalender, Übersetzung in andere Sprachen, Mitgliederbreiche, Newsletterintegration sind hier weit aus umfangreicher als bei einem Baukastensystem. CMS Systeme bieten darüber hinaus die Möglichkeit Dinge selbstständig zu programmieren oder CSS Anpassungen vorzunehmen.

Kosten

Baukästen haben oft eine kostenlose Variante und eine kostenpflichtige Variante. Diese beginnt meist schon bei einem Betrag von wenigen Euro pro Monat. Das schont das Gründer Budget. Auch CMS Systeme sind grundsätzlich erst einmal oft kostenfrei. So hat auch WordPress eine kostenlose Variante. Wer hier den Anspruch auf eine hochwertige Seite hat, sollte allerdings ein bisschen Geld in ein ordentliches Theme investieren, das spart später Zeit und Nerven. Ein Theme kosten zwischen 50 und 100 Euro. Für weitere Funktionalitäten kann man Zusatzfunktionen hinzukaufen, hier können ebenfalls noch kosten entstehen. Die Höhe hängt da wiederum ganz individuell vom Umfang und der jeweiligen Funktion ab.

Was Gründer bei dem Thema Kosten oft vergessen, ist der Zeitfaktor. Beide Systeme können schon mal ganz schnell mehrere Tage oder Wochen an Zeit in Anspruch nehmen um Design, Layout, Texte Bilder etc. einzufügen und anzupassen. In der Zeit kann ein Gründer weder Kunden akquirieren noch seine Produkte / Dienstleistungen erstellen. Hier sollte man genau durchrechnen, ob es nicht doch sinnvoll ist sich einen Profi zu holen, der einem diese Arbeit abnimmt, meist in weniger als der Hälfte der Zeit und mit einem ansprechenderen Ergebnis.

Bedienbarkeit

Beim Thema Bedienbarkeit hat der Baukasten für den Laien meist die Nase vorn, da er genau darauf ausgerichtet ist. CMS Systeme sind oft für den Neuling schwerer zu verstehen und weniger intuitiv zu bedienen. Dafür bieten die großen CMS Systeme eine sehr große Community und viel Support, es gibt im Grunde für jedes Problem eine Lösung. bei einem Baukasten muss man sich eben oftmals damit abfinden, dass die Dinge nicht so funktionieren, wie man es gern hätte, dafür geht das, was geht, sehr leicht.

Wartung und Sicherheit

Die Wartung wird bei Baukastensytemen komplett vom Anbieter übernommen. Hier muss man sich so gut wie gar nicht drum kümmern. Auch Sicherheit, was Hackerschutz und Co angeht wird vom Anbieter übernommen. Ein großer Nachteil ist bei Baukastensystemen oftmals, dass Sie kein Backup anbieten. Da wird dann mühsam in stundenlanger Arbeit der Shop aufgebaut und wegen eines Problems beim Anbieter ist alles weg, oder man hat nicht gespeichert und die Inhalte sind verloren. Gerade ein Online-Shop, dessen Geschäftsgrundlage die Seite ist, kann hier Kosten und Umsatzverluste riskieren.

CMS Systeme sind im Wartungsaufwand etwas höher, bieten dafür aber verschiedenste Sicherheitseinstellungen und Backup Optionen. Auch hier sollte man sich Zeit nehmen um sich in das Thema einzuarbeiten oder einen Profi ins Boot holen.

Fazit Baukasten vs. CMS System

Am Ende haben beide Arten Ihre Daseinsberechtigung. Für jemanden, der nur ein ganz kleines Budget hat, nicht allzu große Ansprüche hat und Zeit investieren kann um eine Baukastenseite aufzubauen, der ist damit sicherlich gut bedient. So besteht die Möglichkeit überhaupt erst einmal im Netz zu erscheinen und seinen Kunden eine Referenz an die Hand zu geben. Wer jedoch einen professionellen Außenauftritt benötigt und hochpreisige Dienstleitungen oder Produkte anbietet, sollte sich überlegen, ob ihm seine Kunden nicht ein bisschen mehr Wert sind. Vor allem wen man einen Online-Shop errichten will, von dem man später leben möchte, ist es sinnvoll in eine CMS Lösung zu investieren und sich ggf. eine Profi an Bord zu holen.

Was man bei einer Website nie vergessen darf, sie sollte niemals einen Selbstzwecke erfüllen, sondern immer Teil eines Marketing Konzeptes sein und ein Ziel verfolgen, dass zum gesamten Unternehmen, zur Social Media Strategie und zum Corporate Branding passt. Sind diese Punkte nicht gegeben, werden sowohl Baukastensystem als auch CMS System keine großen Erfolge erzielen. Die Planung der Website ist das A und O danach kann man sich je nach Budget, Anspruch und Zielsetzung ein entsprechend passendes System heraussuchen.